Der theoretische Beitrag von der Wissenschaft der Polymer

Hermann Staudinger (1881 - 1965), Leiter des Instituts für Chemie in Freiburg, begann im Jahre 1920 mit den theoretischen Untersuchungen der Struktur und der natürlichen Eigenschaften von natürlichen Polymern (Zellulose, Isopren) und von synthetischen Polymern. Er kritisierte die damals geltenden Theorien bezüglich der Natur der polymerischen Substanzen, die als Verbundstoffe angesehen wurden, die einzig und allein durch zweitrangige Wertigkeit zusammengehalten wurden. Er schlug dagegen für die synthetischen Polymer Styrol und Formaldehyd vor und für das Naturgummi die Formeln in offener Kette, die heute allgemein anerkannt werden. Er schrieb die kolloidalen Eigenschaften der oberen Polymer ausschließlich dem hohen Gewicht ihrer Moleküle zu und schlug vor sie Makromoleküle zu nennen. Da nicht jeder mit den Theorien von Staudinger übereinstimmte, erstreckten sich die wissenschaftlichen Diskussionen über die zwanziger Jahre hin. Die Argumentationen der Gegner wurden erst nach ausführlichen experimentellenBeweisführungen und insbesondere nach systematischen Röntgenuntersuchungen verschiedener Polymer völlig entkräftet. Ausschlaggebend waren auch die zusammenfassenden Arbeiten von W.H. Carothers. Aufgrund seiner Experimente konnte die lineare Struktur der Makromoleküle bewiesen werden. Diese Erkenntnis war das Ergebnis wissenschaftlicher Arbeit und lieferte die Grundlage für die Entwicklung der makromolekolaren Chemie, ganz anders als damals bei Parkes oder Hyatt, die durch zufällige Erfindungen zu ihren Ergebnissen gekommen waren.

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