DIE
KUNSTSTOFFE


  • Azetalharze

    Die ersten kommerziellen Azetalharze sind im Jahre 1959 auf dem Markt erschienen. Sie gehören zu den widerstandsfähigsten und härtesten Thermoplasten, die bisher bekannt sind. Sie verfügen über hervorragende Eigenschaften, wie große Elastizität, hohe Beständigkeit und optimale Verschleissfestigkeit. Sie verfügen ähnlich wie Nylon über eine weiße, durscheinende Farbe. Sie werden hauptsächlich bei der Fertigung von technischen Einzelteilen aus den unterschiedlichsten Fachgebieten eingesetzt: von Videokassetten über Vergaser für Autos bis zu Reißverschlüssen.


  • Zelluloseazetat

    Dieses Material gehört zu den Zellstoffharzen. Man erhält es wie auch das Zelluloid durch eine chemische Veränderung eines natürlichen Polymers: der Zellulose. Sie gehört zu den organischen Substanzen, die in der Natur am meisten verbreitet sind. Das Zelluloseazetat ist der erste Kunststoff, der im Spritzgussverfahren verarbeitet wird. Es sieht aus wie weißes Pulver und eben wegen seinem ansprechenden Aussehen wird es hauptsächlich zur Fertigung von transparenter, durchscheinender und matter Manufakturware verwendet wie z.B. Tasten von Schreib - oder Rechenmaschinen, Druckknöpfen, Lenkradverkleidungen von Autos, Messergriffe, Absätze von Schuhen, Lampenschirme, Uhrgläser, Teile von Schutzmasken, Federhalter, Regenschirmgriffe, Spielzeug usw.


  • ABS

    Die ABS Harze stellen eine der wertvollsten Mischungen von Harz und Elastomer dar. Der außerordentliche Erfolg ist den hervorragenden Eigenschaften zu verdanken, die aus eben dieser Verbindung hervorgehen. Die Bezeichnung ABS setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der drei Grundmonomer zusammen, aus denen diese chemische Zusammensetzung dann vorbereitet wird: Acrylonitril, Butadien und Styrol. Die ersten ABS Harze wurden in den fünfziger Jahren hergestellt. Ihre grundsätzlichen Eigenschaften sind Festigkeit, Schlagfestigkeit und Oberflächenhärte. Deshalb werden sie insbesondere bei der Herstellung von Möbeln, Einzelteilen in der Autmobilindustrie, Fernsehergehäuse, Radio, Schalttafeln und ähnlichem eingesetzt.


  • Alkydharz

    Die wichtigsten Rohstoffe bei der Herstellung von Alkydharzen sind noch heute das Glyzerin und das Phtalanhydrid. W.J. Smith erhielt die ersten Alkydharze im Jahre 1901, aber erst ab 1948 wurden sie systematisch als Materialien für das Spritzgussverfahren entwickelt. Die Alkydharze werden nicht nur in der Lack - und Farbenindustrie eingesetzt, sondern auch in der Fertigung von Einzelteilen für Zündungen von Autos, Elektroschalter, Isolierstoffe für Autos, Einzelteile in der Elektronik - , Elektrik - und Fernsehindustrie.


  • Bernstein

    Bernstein ist ein Naturharz, der aus Nadelbäumen erhalten wurde, die heute ausgestorben sind und die vorwiegend an den Küsten der Ostsee im Zeitalter der Eozänen vorkamen. Bekannt aus lang zurückliegenden Zeiten wurde der Bernstein zur Fertigung von Schmuck und Dekorationen verwendet. Man bearbeitete ihn mit Fräsen oder Formpressen. Als erste Imitation von Bernstein wurde dann auch tatsächlich Bakelite verwendet.


  • Asphalt

    Asphalt ist eine natürliche organische Materie, die auf Kohlenwasserstoffen basiert und bei Erhitzung weich wird. Es ist ein schwarz bräunlicher Kunststoff, der schon vor sehr langer Zeit eingesetzt worden ist: schon 3000 Jahre vor Christus wurde er zur Abdichtung von Wasserbecken oder Wasserkanälen verwendet.


  • Elfenbein

    Das Elfenbein wird, wie allgemein bekannt aus Tierzähnen erhalten und setzt sich hauptsächlich aus Dentin zusammen, d.h. aus Kalziumsalzen und anderen organischen Substanzen. Es wurde vor der Erfindung von Kunststoff bei der Fertigung von Klaviertasten, Messergriffen, Kämmen und Billiardkugeln verwendet. Um eben das Elfenbein bei der Herstellung von Billiardkugeln zu ersetzen erfand Hyatt das Zelluloid. Noch im Jahre 1970 wurden jährlich 25.000 Tonnen Elfenbein verarbeitet.


  • Bitumen (Teer)

    Teer ist eine Zusammensetzung aus verschiedenen Arten von Kohlenwasserstoff und wurde schon in der Antike als Isolier - und Zementierstoff eingesetzt. Teer ist ein Kunststoff der bei Zusatz von Mineralstoffen formgepresst werden kann.


  • Kasein Formaldehyd

    Kasein Formaldehyd ist ein natürlicher Kunststoff, der in Proteinen zu finden ist. Es wird aus organischen Substanzen wie Milch, Horn oder aus pflanzlichen Stoffen wie Sojasamen, Weizen und ähnlichem erzeugt. Zum ersten Mal wurde es im Jahre 1897 von Adolph Spitteler und W. Kirsche aus Milchserum und Formaldehyd durch eine Aktion eines Enzyms erhalten. Das Patent wurde erst in Bayern eingetragen und kurz darauf auf die Vereinigten Staaten, Großbritannien und Italien ausgedehnt. Bekannt unter der Handelsmarke Galalith (Galalite in Italien und Erinoid in England) ähnelte es mal dem Zelluloid, mal dem Elfenbein oder auch mal dem künstlichen Horn. Das erste industrielle Werk wurde in England im Jahre 1913 gegründet und im Jahre 1930 wurden weltweit schon 10.000 Tonnen hergestellt. Aus Kasein Formaldehyd wurden hauptsächlich Knöpfe, Anstecknadeln, Zigarettendöschen, Füllfederhalter, Regenschirmgriffe und Radiogehäuse hergestellt.


  • Zelluloid

    Mit Hilfe von Zellulosenitrat und Kampfer erfand J. W. Hyatt den ersten Kunststoff: das Zelluloid. Dank seiner einfachen Verarbeitung, seine Färbung, seiner großen Widerstandskraft und Kerbschlagzähigkeit kann das Zelluloid in unendlich vielen Gebieten verwendet werden. Alle Gegenstände aus Zelluloid werden aus Halbfertigprodukten wie Platten, Blätter, Stöcke, Rohre, Bänder und Filmen hergestellt. Das Zelluloid kann gesägt, gehobelt, geschnitten, gewalzt, gebogen, gebohrt, gezogen, gedreht, genäht, genagelt und geklammert werden. Es kann durch einfache Erwärmung mit warmer Luft oder warmem Wasser auch modelliert werden. Seine Oberfläche kann geklebt oder dekoriert werden. Dagegen kann es aber nicht formgepresst werden oder im Spritzgussverfahren oder mit der Strangpresse verarbeitet werden, da es sich bei den für diese Technologien erforderlichen Temperaturen zersetzt.


  • Verbundwerkstoffe

    Die Verbundwerkstoffe oder die verstärkten Kunststoffe werden durch die Kombination eines härtbarem Kunstharz, wie der Poliesterharz oder der Epoxydharz und einer Verstärkung erhalten, die auf Glasfasern, Kohlenstoffasern, Stoffen usw. basiert. Durch diese Verbindung wird der Manufakturware eine ganz besonders hohe mechanische Beständigkeit verliehen, deshalb können diese Zusammensetzungen auch bei der Konstruktion von: Autokarosserien, Schiffsverkleidungen, Flugzeugteilen und Fahrradrahmen eingesetzt werden.


  • Horn

    Horn ist ein organischer Stoff, der zu 80% Keratin enthält. Er ist thermoplastisch und kann nachdem er trocken erhitzt oder in kochendes Wasser oder in Alkalinlösungen getaucht worden ist verarbeitet werden. Nach der Erweichung kann er gepresst werden, so daß man Gegenstände wie Tabakdosen, Gehäuse, Knöpfe, Füller und Kämme fertigen kann. Er wurde vor dem Kunststoff besonders in England sehr erfolgreich eingesetzt.


  • Hartgummi

    Hartgummi ist ein Material, das im letzten Jahrhundert von Charles Goodyear erzeugt worden ist, indem er das Gummi einem verlängerten Vulkanisierungsprozess ausgesetzt hat. Einige der aus Hartgummi gefertigten Artikel wurden 1851 im Christal Palace in London ausgestellt. Hierbei handelt es sich um eine Zusammensetzung, die auf halber Strecke zwischen den wirklichen Kunststoffen und dem natürlichen Gummi liegt. Man fügte der Masse während dem Vulkanisierungsprozess zwischen 30 und 50% Schwefel bei, so daß man dann eine Zusammensetzung erhielt, die dielektrisch war und allen chemischen Produkten gegenüber sehr widerstandsfähig war, das bei Temperaturen bis zu 50°C hart und starr blieb und das glänzte und strahlte. Das Hartgummi machte dem Zelluloid und dem Phenoplast über viele Jahre hinweg die Position bei zahlreichen Anwendungen streitig. Es wurde in halbfertigen Fliesspressteilen geliefert, dann am Werkzeug bearbeitet oder mit Zweifach - Werkzeugen formgepresst. Großen Erfolg hatte das Hartgummi bei der damals entstehenden Füllfederhalter-Industrie. Es wurde lange Zeit bei den Separatoren von elektrischen Batterien, Telefonhörern, Rahmen von photographischen Platten, Zigarettenspitzen und bei Materialien für die Zahntechnik verwendet.


  • Epoxydharze

    Diese härtbaren Kunstharze verfügen über eine große technische und kommerzielle Bedeutung. Sie sind seit 1946, direkt nach dem zweiten Weltkrieg auf dem Markt erhältlich. Weltweit gibt es zahlreiche Hersteller für Epoxydharze, da das Interesse wegen der sogenannten Verbundwerkstoffe enorm gewachsen ist. Diese Verbundwerkstoffe basieren auf härtbaren Kunstharzen (wie eben die Epoxydharze und die Poliesterharze) und dem Zusatz von Faserverstärkungen, durch die die mechanische Beständigkeit erhöht wird. Die Epoxydharze werden aber nicht nur für die Verbundwerkstoffe verwendet, sondern auch für Einzelteile in der elektrotechnischen, der chemischen und der mechanischen Industrie.


  • Phenolharze

    Die Phenolharze sind die ältesten härtbaren Kunstharze die auch heute noch sehr häufige Verwendung finden. Sie wurden von L. H. Baekeland im Jahre 1909 entwickelt und hatten in den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen ganz besonderen Erfolg. Die Phenolharze werden heute bei der Fertigung von Einzelteilen in der Elektro - Industrie für Radios, Fernseher, Telefone und in der Automobilindustrie verwendet. Außerdem werden sie bei der Fertigung von Haushaltsgeräten und bei Teilen für die Raumfahrt und das Militär eingesetzt.


  • Fluoridharze

    Die Fluoridharze sind Thermoplaste, die seit 1950 in den Vereinigten Staaten hergestellt werden und die wegen ihrer spezifischen Eigenschaften sehr erfolgreich sind. Der bekannteste Fluoridharz ist das Polytetrafluoräthylen, das im allgemeinen in Form von Halbfertigteilen geliefert wird und das dann mittels mechanischer Bearbeitung und mit Hilfe von Werkzeugen verändert wird. Die Fluoridharze werden in ganz unterschiedlichen Bereichen eingesetzt, es fängt bei Laborausrüstungen an, über Fasern bis zu Spezialfilmen. Die selbstschmierenden und reibungsfesten Eigenschaften machen das Polytetrafluoräthylen für die Fertigung von industriellen Zahnrädern, chirurgische Prothesen und Küchengeschirr so besonders wertvoll. Es wird außerdem bei der Fertigung von Pumpen, Ventilen, Filtern und Fahrteugteilen verwendet.


  • Gummilack

    Der Gummilack ist eine harzige Substanz, die von Insekten produziert wird, die in Gruppen auf einigen Pflanzen in Ostindien leben. Der Gummilack ist ein Thermoplast, der sich in Alkohol auflöst und der hervorragend für elektrische Isolierungen geeignet ist. Außerdem wird er als Farblack verwendet. Er kann im Spritzgussverfahren oder im Extrusionsverfahren verarbeitet werden, wo dann Knöpfe, Gehäuse, Zahnprothesen und technische Artikel daraus gefertigt werden.


  • Melaminharze

    Die Melaminharze gehören, wie die Harnstoffharze zu der Gruppe von härtbaren Kunstharzen, die Aminoplaste genannt werden. Die Produktion der Melaminharze lief Ende der dreißiger Jahre an. Sie sind insbesondere bei der Fertigung von Laminaten und Geschirr, Teilen von Haushaltsgeräten, Möbeln, Dekorationsartikeln und Isolierelementen unabkömmlich.


  • Homopolymer

    Homopolymer bedeutet, daß die molekolare Kette des Polymers sich aus vielen Einheiten des gleichen Moleküls zusammensetzt. Ein Copolymer setzt sich dagegen aus mehreren Einheiten eines Moleküls zusammmen, aber mit unterschiedlichen Molekülen, die zufällig an verschiedenen Stellen der Kette eingefügt werden. Durch diesen Unterschied kann eine größere Kompaktheit der homopolymerischen Ketten erzielt werden. Es ergibt sich im Vergleich zu den Copolymern ein höherer Schmelzpunkt, größere Beständigkeit, höhere Biegefestigkeit und größere Oberflächenhärte. Diese Eigenschaften der Homopolymer im Vergleich zu den Copolymern findet man in den Polyolephenharzen, den Polyamidharzen und den Acetalharzen wieder.


  • Polyamide

    Es gibt warscheinlich kein synthetisches Produkt, das so schnell an Popularität gewonnen hat, wie die Polyamidharze, die allgemein unter dem Namen Nylon bekannt sind, dem ersten Polyamidharz der 1935 in den Vereinigten Staaten in den Handel kam. Die Poyamide können praktisch mit all den Techniken verarbeitet werden, die auch für Thermoplaste eingesetzt werden. Es ist unmöglich alle die Anwendungen aufzuzählen, die die Automobilindustrie, die Elektronik, die Elektrotechnik, Radio und Fernsehen, Präzisionszahnräder, Klarsichtfolie, chirurgische Instrumente, Prothesen und Bekleidungsindustrie betreffen.


  • Polyäthylen

    Das Polyäthylen wurde schon vor fünfzig Jahren in England industriell entwickelt. Es ist einer der bekanntesten und weitverbreitetesten Kunststoffe. Zur Erzeugung von Polyäthylen gibt es unterschiedliche Prozesse, die sich durch den angewendeten Druck voneinander unterscheiden. Die verschiedenen Polyäthylene, die man erzeugen kann haben unterschiedliche Charakteristiken: Mittel - , Nieder - und Hochdruck - Polyäthylen. Vor kurzem ist ein neues Polyäthylen entwickelt worden, das sogenannte lineare Hochdruck - Polyäthylen, das über noch bessere Eigenschaften verfügt als das traditionelle Hochdruck - Polyäthylen. Die Eigenschaften des Polyäthylen können trotzdem wie folgt zusammengefaßt werden: kostengünstig, einfach in der Bearbeitung, Festigkeit, Flexibilität auch bei niedrigen Temperaturen, geruchs - und giftfrei, transparent. Das Polyäthylen ist außerdem ein hervorragender elektrischer Isolierstoff. Es kann auf völlig unterschiedlichen Gebieten angewendet werden: von Haushaltsgeräten bis zu Spielzeug, Kabelverkleidungen, Flaschen, Verpackungsfolien, Gewächshäuser und Rohrleitungen.


  • Polymethyl Methacrylate

    Dies ist das wichtigste Polymer, das von Acrylsäure abgeleitet wurde, es wurde schon in den dreißiger Jahren produziert, aber erst während der zweiten Weltkriegs lief die industrielle Produktion an. Moholy-Nagy und Pevsner haben mit dem Polymethylmetacryl die ersten "Objektskulpturen" aus Kunststoff hergestellt. Es ist ein hartes und transparentes Material, das Licht hervorragend überträgt - besser noch als anorganisches Glas. Diese optischen Eigenschaften stellen die Basis für die hauptsächlichen Anwendungen des Polymethylmetacryl dar, die in jedem Fall sehr breit gefächert sind: vom Bauwesen bis zu Einrichtungen, Beschilderung, Automobilindustrie, Nautik, Haushaltsgeräte und Laborausrüstungen


  • Polykarbonat

    Im Jahre 1957 haben zwei amerikanische und eine deutsche Gesellschaft fast zur gleichen Zeit verkündet, ein Verfahren für die Produktion von Polykarbonaten gefunden zu haben. Das erste kommerzielle Polykarbonat wurde jedenfalls in Deutschland erzeugt. Die Eigenschaften der Polykarbonate verändern sich bei Temperaturen, die zwischen 100 und 140°C liegen nicht. Sie verfügen über eine bemerkenswerte Oberflächenhärte, isolieren optimal und sind verwitterungsfest. Zu ihren größten Vorteilen gehören die ästhetischen Eigenschaften und die Transparenz. Sie werden bei der Fertigung von Teilen für die mechanische und elektrotechnische Industrie verwendet: Schutzhelme - die Astronauten auf dem Mond benutzten, Helme aus Polykarbonat - Fenstverglasungen, Sicherheitsschalter für Banken, Laternenkugeln und Schutzschilder für die Polizeikräfte.


  • Polyester

    Die Polyesterharze sind eine sehr differenzierte und komplexe Familie unter den synthetischen Harzen, die aus sehr vielen verschiedenen Rohstoffen erzeugt werden. Die ungesättigten Polyesterharze sind flüssig, mehr oder weniger viskös,von strohgelber Farbe und unter Zusatz von Katalysatoren verhärten sie sich. Ihre Solidität, Flexibilität und Härte können durch Zusatz von Verstärkungen, die im allgemeinen Glasfasern oder Kohlenstoffasern sind verändert werden. Sie werden im Bauwesen für Leitungen, Schotten, Türen und Fenster, Schalungen, Glaswände und Wandverkleidungen verwendet. In der Nautik werden mehr als neunzig Prozent der Vergnügungsboote aus verstärkten Poliesterharzen hergestellt und heute werden auch Kriegseinheiten wie Minenräumboote und Küstenwachboote aus diesem Material produziert. In der Transportindustrie werden aus verstärkten Poliesterharzen Einzelteile für Autobusse, Lastwagen, Landwirtschaftsmaschinen, Wohnwagen und Eisenbahnwaggons gefertigt. Dieses Material wird noch in vielen anderen Bereichen eingesetzt, die von der Fertigung von Knöpfen über Schlitten bis zu elektrischen Isolierungen reichen. Auch die Artisten benutzen häufig Polyesterharze.


  • Polypropylen

    Das Polypropylen ist der jüngste Massenkunststoff, der in nur wenigen Jahren eine unvergleichliche produktive Entwicklung erlebt und ein sehr breites Anwendungsgebiet gefunden hat. Dieser Kunstoff wurde im Jahre 1954 von Giulio Natta in Zusammenarbeit mit den Forschern der Montecatini erzeugt: Das Unternehmen Montecatini war auch das erste, das dieses Material auf industrieller Ebene produzierte. Das Polypropylen ist dem Niederdruck - Polyäthylen sehr ähnlich, es hat jedoch eine geringere Dichte und ist starrer und härter. Es ist das härteste unter den Polyolefinpolymern und behält diese Eigenschaft auch bei Temperaturen über 100°C bei. Es ist ausgesprochen reibungsfest und hitzebeständig, es verfügt über hervorragende dielektrische Eigenschaften, isoliert sehr gut und verfügt über eine spezielle Dauerbiegefestigkeit (10 Millionen Biegungen). Im Handel sind sehr viele verschiedene Polypropylenarten erhältlich. Die Anwendungsgebiete sind sehr unterschiedlich: von gesundheitstechnischen Artikeln bis zu Haushaltsgeräten, über Spielzeug, zu Einzelteilen für die Automobilindustrie und Sportartikeln; von Lebensmittelverpackungen bis zu landwirtschaftlichen Anwendungen, Beschilderung, Möbel, und Komponenten für die Chemieindustrie.


  • Polystyrol

    Äthylen und Benzol sind die Rohstoffe für die Produktion des nichthärtenden Kunstharzes Polystyrol, der sich im Laufe der dreißiger Jahre verbreitet hat und enorm erfolgreich war. Er kann im Spritzgussverfahren, im Extrusionsverfahren und im Blasverfahren verarbeitet werden. Es ist unmöglich hier alle Anwendungen zu beschreiben. Der hauptsächliche Anwendungsbereich des Polystyrols ist jedoch die Verpackungsindustrie. Außerdem wird es in der Spielzeugindustrie, im Bauwesen, für Haushaltsgeräte und Schalter verwendet..


  • Polyurethan

    Dies sind Polymer, die durch die Polyaddition der Isozyanate und der Polyöle erhalten werden. Im Handel sind sie im Jahre 1941 erschienen und heute werden sie auf der ganzen Welt produziert. Da sie in steifer und auch in flexibler Form auftreten können, finden sie ein sehr breites Anwendungsgebiet. In der flexiblen Form werden sie zur Fertigung von Kissen, Matratzen, Möbeln, Verkleidungen und Stoffen verwendet. In steifer Form dagegen in der Automobilindustrie, im Bauwesen und für Einrichtungen. Sie können das Leder und auch das Holz bei der Fertigung von Verkleidungen ersetzen. Sie stellen eine hervorragende thermische und akustische Isolierung dar.


  • PVC

    Das Polyvinylchlorid ist zusammen mit dem Polyäthylen, dem Polystyrol und dem Polypropylen der bekannteste Kunststoff. Auch wenn die Patente für die Produktion von Polyvinylchlorid schon lange vorher eingetragen worden sind, ist die wahre PVC Industrie erst zu Beginn des zweiten Weltkriegs entstanden und zwar in Amerika und in Deutschland. Das PVC kann praktisch mit allen Technologien, die für Kunststoffe eingesetzt werden, verarbeitet werden und es ist unmöglich all die zahlreichen Anwendungsgebiete aufzuzählen. Hierzu gehört: starre, elastische und schwammige Manufakturware. Aus Polyvinylchlorid werden Leitungsisolierungen, Stecker, Steckdosen, Abzweigkästen, Ventile, Pumpen, Rolläden, Kanalisationen, Tapeten, Fahrzeuginnenraumverkleidungen, Schuhe, Regenmäntel, Spielzeug, Filme für die landwirtschaftliche Anwendung gefertigt


  • Duroplast - Thermoplast

    Die Kunststoffe werden in zwei grundsätzliche Klassen aufgeteilt: nichthärtende und härtbare Kunstharze. Der Unterschied basiert auf der molekolaren Struktur der Verbundwerkstoffe und auf ihr Verhalten bei Erhitzung in der Verarbeitungsphase. Wenn ein Thermoplast formgepresst wird erfolgt keinerlei chemische Reaktion und die Formung ist umkehrbar, da Thermoplaste wieder in einen plastischen Zustand zurückversetzt werden können und dann erneut gehärtet werden können, ohne daß sich ihre Charakteristiken spürbar vermindern würden. Die härtbaren Harze werden dagegen durch die Polykondensation erhalten. Das Polykondensat ist ein nichthärtender Stoff, der bei Erhitzung und bei Druck eine chemische Reaktion erfährt, die eine nicht umkehrbare Umstrukturierung des Moleküls hervorruft: wenn ein Duroplast einmal geformt worden ist, kann er nicht mehr verändert werden. Zu den Duroplasten gehören z.B. die Phenolharze, die Melaminharze, die Harnstoffharze und die Polyesterharze.


  • Harnstoffharze

    Die Harnstoffharze sind härtbare Verbundwerkstoffe, die durch eine Reaktion von Harnstoff mit Formaldehyd erhalten werden. Schon im Jahre 1929 haben diese Harze eine bemerkenswerte kommerzielle Entwicklung erlebt, die sie ihren Eigenschaften und den niedrigen Kosten zu verdanken hatte. Wie auch die Melaminharze, sehen sie wie feines weißes Pulver aus, das meistens unter Erhitzung formgepresst wird. Die wesentlichen Anwendungsgebiete der Harnstoffharze sind Kleber und Klebstoffe, als Formpressmasse verwendet man sie für die Fertigung von Geschirr, Teile von Haushaltsgeräten, Elektroteile, Telephone, Radiogeräte und Möbel.

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