PONT:
EINE GEMEINDE
EINE GESCHICHTE

Pont Canavese liegt an der Mündung der Täler des Orco und der Soana, eine Position, die in der Vergangenheit sicherlich als ausgesprochen strategisch gegolten hat, da die Stadt leicht zu verteidigen war, für den Handel hervorragend geeignet war und Energien bestens nutzen konnte. Eine antike Siedlung, auf die sich die Römer mit dem Ausdruck "ad duos pontes" bezogen, da man das Dorf nur dann erreichen konnte, wenn man die beiden Brücken erst über den Orco und dann über die Soana überquerte. Die beiden gleichnamigen Täler verbanden die Region Canavese auf der einen Seite mit der Vanoise und dem Tal der Isère in der Dauphiné und auf der anderen Seite mit den Tälern von Cogne und Aosta. Pont stellte noch vor dem Bau der Eisenbahnen oder der Autobahnen einen Knotenpunkt für ein bedeutendes transalpines Kommunikationssystem dar: hier wurden Waren ausgetauscht und verschiedene Kulturen trafen aufeinander. Der Markgraf von Ivrea Arduin, erster König Italiens (1002) ließ dann um das Jahr Tausend die Stadt Pont befestigen, um so der Belagerung von Seiten des Kaisers Heinrich II. standhalten zu können. Die Verteidigungstürme und die Schutzwälle stammen aus dieser Epoche und charakterisieren noch heute auf sehr suggestive Art und Weise das Stadtbild mit den Alpen im Hintergrund. Im Jahre 1110 wies der Kaiser Heinrich V. den Grafen des Canavese, die Täler und die Ortschaft zu. Die Grafen waren Nachkommen von Arduin, dessen Stammbaum in die beiden rivalisierenden Familien der San Martino und der Valperga unterteilt war, die beide Lehnsrechte an Pont geltend machen wollten. So fanden sich die Bewohner von Pont im Mittelpunkt eines lang währenden Streites wieder und erhielten Auflagen von der einen und auch von der anderen Seite. Die Verbitterung führte sie dazu sich an dem Aufstand gegen die Adeligen zu beteiligen, der im Canavese am Ende des XIV. Jahrhunderts ausbrach. Nach einem Schiedsspruch des Herzogs von Mailand, Gian Galeazzo Visconti, fiel die Gemeinde im Jahre 1389 unter die Rechtssprechung des Amadeus VII. von Savoyen, dem Roten Grafen, der von seinem Vater schon die restlichen Teile des Canavese geerbt hatte. In dieser Zeit hatte die Ortschaft einen gewissen Wohlstand erworben, der auch der handwerklichen Fertigkeit der Anwohner zu verdanken war. Deshalb unternahmen viele Räuber Streifzüge nach Pont. Aufgrund der Politiksführung der Savoyer in Europa wurde Pont im XVI. und im XVII. Jahrhundert auch wegen seiner strategischen Position, Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen französischen und spanischen Truppen, die die Schlösser zerstörten, und die nur die beiden heute noch existierenden Türme verschonten. In der ersten Hälfte des XVIII. Jahrhunderts wurde der Handel immer mehr gefördert: es wurden regelmäßig Messen und Märkte abgehalten, zu denen dann die Händler aus Savoyen, dem Dauphiné, dem Aosta Tal, Piemont und Ligurien auf dem Rücken ihrer Esel anreisten. Bis zum Jahre 1789 war die jetzige romanische Pfarrei von Santa Maria in Doblazio, die sich oben auf dem Berg Uliveto befindet, die Pfarrkirche von Pont, die warscheinlich an einem heidnischen Kultort errichtet worden war und die von Arduin nach dem Rückzug des Kaisers Heinrich II. restauriert worden war und im XVIII. Jahrhundert in der heutigen Form wieder aufgebaut wurde. Die trapezförmige Planimetrie und die beiden Bögen auf der Stirnseite des Presbyteriums sind in der Kirchenarchitektur einmalig, die aber sicherlich auch auf die Beschaffenheit und die Enge des Ortes zurückgeführt werden kann. Der mittelalterliche Kern von Pont ist glücklicherweise intakt geblieben: hier gibt es eine lange Handelsstraße, die heute Via Caviglione heißt und die sich mit ihren niedrigen und schützenden Torbögen wie eine Wirbelsäule mitten durch die Stadt windet. Hier befinden sich die antiken Geschäfte der Schreiner, der Schmiede und der Kupferschmiede. Auch im Mittelalter war hier das Zentrum für die Märkte und die Messen.

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